LED-Ringleuchte
LED-Arbeitslampe für Fräs- oder Bohrmaschine mit 48 LED - 5,2 Watt
Energiesparen ist in aller Munde, und die
LED wird wohl neben Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen das Leuchtmittel der Zukunft. Gute LEDs und auch fertige LED-Leuchten sind noch relativ teuer, aber die Preise werden in den nächsten Jahren erheblich günstiger werden.
Was ist geplant?
Eine ringförmige Lampe, die direkt unter dem Spindelkopf um die Spindel herum angebracht wird.
Die Lampe enthält 48 weiße superhelle LED.
Die Kosten liegen Gesamt bei etwa 15 Euro
Zum Herstellen braucht man eine Drehmaschine, Bohrmaschine, Lötkolben, sowie einen Klebstoff möglichst ohne Lösungsmittel.
Zeitaufwand: etwa 5 Stunden.
Die Lampe besteht aus dem Plastikwerkstoff PA6. Wenn kein Kunststoff zur Verfügung steht würde zur Not auch Hartholz oder MDF ausreichen, nur Metalle sind wegen Kurzschlussgefahr ungeeignet.
An der Leuchtseite werden die LEDs mit einem Ring aus Plexiglas abgedeckt, einfach weil sich das dann besser reinigen lässt. Naürlich kommt auch eine Abdeckung oben über die Verdrahtung, hier könnten einfallende Metallspäne Kurzschlüsse verursachen.
Der Anbauflansch sollte je nach Gegebenheit der Maschine gestaltet werden.
Ein erster Entwurf der Lampe (linkes Bild), die entgültigen Maße (speziell die Höhe des Rings) richten sich nach den verwendeten LEDs.

Ich konnte die Gesamthöhe des Ringes dann von 16mm auf 12mm verringern (rechte Zeichnung)...

...da ich kurze LEDs bekommen habe (rechts), der Körper ist nur 5mm lang.
Zudem haben diese LEDs einen Abstrahlwinkel von 120 Gad gegenüber den sonst meist üblichen 15 - 20 Grad.
Die elektrischen Daten sind ähnlich anderen typischen weißen LEDs, 3,18V und 20mA.
Kaufpreis war für 50 Stück 6 Euro.
Angebaut soll das dann (von vorne) so aussehen...

Gespeist wird die Lampe mit 12 Volt aus der Steuerung, also jeweils 3 LEDs in Reihe mit 1 Widerstand 91 Ohm (genaueres dazu hier).
Der Aufbau:
Wer's noch nicht kennt:
Da das Rohmaterial mit einem Durchmesser von 122mm für meine Backenfutter zu groß ist, wird mittig ein Loch in das Werkstück gebohrt, Gewinde (hier M10) eingeschnitten, und dann das ganze mit einer Gewindestange durch die Hauptspindel gegen den Futterflansch gespannt.
Bei dieser Länge des Werkstücks geht das natürlich nur mit leichten Werkstoffen, einen Bronzeklotz von diesen Ausmaßen könnte man damit bei niedriger Drehzahl vielleicht halten, aber ob die Lager der Hauptspindel solches Gewicht schadlos überstehen würden, ist unklar.

Nun wird die Unterseite des Rings gedreht...

...und dann wird abgesteckt.

Wie man sehen kann (kein Platz mehr am Querschlitten) bedeutet das, 10mm einstechen, zurückkurbeln, den Stahl im Stahlhalter zur Mitte nachsetzen, 10mm einstechen usw. usw. Die letzten 40 mm habe ich dann mit der Säge abgeschnitten, damit mir das Teil nicht um die Ohren fliegt.
Jetzt kann ich wieder im Backenfutter spannen, die Oberseite drehen...
...und das Loch in der Mitte ausstechen.

Dann habe ich gleich noch mit einem Marker die Fläche bemalt und die 3 Kreise für die Bohrungen angeritzt, weil das natürlich auf der Drehbank recht einfach ist. Damit ist die Arbeit an der Drehbank beendet.

Auf die Oberseite und außen habe ich dann Schwarze Farbe gepinselt, die Löcher gebohrt, die LEDs eingesetzt und mit den Widerständen verlötet.

Ein Tip zum einsetzen der LEDs: Ich habe vorher an einem Stück Plastik probiert, wie groß die Bohrung sein muß. Dann habe ich für diese LEDs 4,8mm gebohrt. Die LEDs gehen straff in die Bohrung und sitzen darin perfekt und fest. Damit spart man sich, daß man die Dinger evtl. noch mit Kleber fixieren muß.
Den Anbauflansch habe ich einfach mit 2-Komponeneten-Kunstharz angegossen und gleich 2 M3-Gewindebuchsen eingelassen.
Der obere Deckel mit dem Kreisschneider ausgeschnitten, wird mit drei Schrauben befestigt. Wenn mal eine LED kaputt geht kann man sie so leicht wechseln.
Die Plexiglasscheibe zur Abdeckung der Leuchtseite wird mit wenig Kleber fixiert (die Plexiglasscheibe ist drauf, wenn man genau hinsieht, kann man das Spiegelbild der Münze erkennen).
Optionen:
- Man kann das ganze jetzt an einem flexiblen Rohr oder Schwenkarm befestigen, eine passende Lupe in das Loch einsetzen und hat eine excellente Lupenlampe, so wie sie in vielfacher Ausführung zu kaufen ist.
- Wer sich nicht so viel Arbeit mit dem Grundkörper machen will, der entwirft das Teil am Computer und lässt es dann von der CNC-Fräse herstellen. Vorteil: der Anbauflansch kann gleich mit ausgefräst werden und muß nicht extra gebastelt werden.
- Wenn die Lampe zu warm wird, dann schaltet man eine Diode (z.B. 1N4002 oder 1N4007) in die +12V Zuleitung. Dadurch wird die Spannung an der Leuchte um etwa 0,7 Volt verringert, und es fließt weniger Strom.
- Es können auch 2 Dioden hintereinander geschaltet werden, um die Wärme noch weiter zu reduzieren. Selbst bei den dann nur noch vorhandenen 10,4 Volt leuchten die LEDs kaum merklich weniger.
Die Arbeitslampe hab ich nun an die Maschine angebaut...
...hier links aus- und rechts eingeschaltet.

F E R T I G , so kann man prima arbeiten.
[ Seitenanfang ]
designed and created by Bernhard Pahl. Build with the fine Tool -Crimson Editor-